Verein zur Förderung der Ambulanten Chirurgie

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01.04.2017

"Alternative" Therapien des M. Dupuytren

Dr. med. Matthias Hager | 12. Geraer Symposium Ambulante Chirurgie | 01.04.2017 | Kommunikationszentrum der Sparkasse Gera-Greiz

Der Referent ging auf die alternativen Behandlungsmethoden zur „großen“ Operation des M. Dupuytren ein. Dabei stellte er etablierte konservative und minimalinvasive Verfahren vor. Er ging auch auf homöopathische Methoden und andere Verfahren wie Bienengift etc. ein, die vielleicht einmal in einem Einzelfall Erfolg suggerieren, aber sich eigentlich (noch?) außerhalb einer seriösen Medizin befinden. Die Strahlentherapie wird im Frühstadium eingesetzt. Bereits eingetretene Kontrakturen können nicht rückgängig gemacht werden. Sie vermindert die Progression signifikant. Der Einsatz von Röntgenstrahlen im Frühstadium einer benignen Erkrankung bleibt aber zu hinterfragen. Distraktionsverfahren als endgültige Behandlung oder zur Vorbereitung einer Fasziektomie sind zwar nicht oder wenig invasiv, erfordern aber eine extreme Geduld des Patienten. Das gleiche erfordern statische Nachtschienen, die über Monate zu tragen sind. Der Vorteil der Schienen liegt eher in der postoperativen Behandlung. Kortisoninjektionen machten die Knoten weicher und bremsten die Progression bei allen bekannten Nebenwirkungen. Die Indikation besteht allenfalls bei Beschwerden ohne Funktionsverlust. Kollagenaseinjektionen sind wirksam, weltweit auch etabliert, haben aber ein katastrophales Kosten-Nutzenverhältnis, sodass das Medikament eines bekannten amerikanischen Herstellers in Deutschland nicht vertrieben wird. Dadurch hat aber ein Ende der 70iger Jahre durch französische Rheumatologen entwickeltes minimalinvasives Verfahren einen deutliche Aufschwung genommen: die perkutane Nadelfasziotomie. In örtlicher Betäubung, schnell und einfach auch bei multimorbiden Patienten ausführbar, stellt sie die alternative zur Kollagenaseinjektion und zum Teil auch zur Fasziektomie dar.



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