Verein zur Förderung der Ambulanten Chirurgie

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19.03.2016

Konservative Therapie vs. Operation - Epicondylalgia humeri

Dr. med. Veronika Vollstädt | 11. Geraer Symposium Ambulante Chirurgie | 19.03.2016 | Kommunikationszentrum der Sparkasse Gera-Greiz

Es handelt sich dabei um einen erworbenen, schmerzhaften Reizzustand der Sehnenansätze von Muskeln des Unterarms, die an den beiden Knochenvorsprüngen oberhalb des Epicondylus am distalen Teil des Oberarmknochens entspringen. Sie entsteht durch Überbeanspruchung, mit Degeneration im Ansatzbereich der an den Epicondylen entspringenden Muskulatur. Es kommt zur Bildung von degenerativen Granulationsgewebes. Berufliche Tätigkeiten mit Werkzeug und Sport aller Leistungsstufen sind ursächlich. Bei der Anamneseerhebung sind Beschwerdedauer, Händigkeit (oft ist die Gegenseite der Gebrauchshand betroffen), berufliche Exposition, Überbelastung (u. a. saisonal) und Traumata. Bei der klinischen Untersuchung sind Palpation, Provokationstests, Bewegungsausmaß und Stabilitätsprüfung wichtig. Zur apparativen Diagnostik gehört Sonografie, Röntgen und ggf. ein MRT. Differentialdiagnostisch müssen ein Cervicobrachialsyndrom, lokale Entzündungsprozesse, Tumoren und Nervenkompressionssyndrome ausgeschlossen werden. Therapeutisch stehen gezielte Physiotherapie, die „Epikondylitisspange“, die extrakorporale Stoßwellentherapie /ESWT), Infiltrationen mit Lokalanästhetika (vor Kortikosteroiden wird gewarnt!), Röntgenreizbestrahlung und ggf. Ruhigstellung zur Verfügung. Eine Operation ist nur bei konservativen Therapieversagen nach frühestens 6-9 Monaten indiziert. Prognostisch limitieren sich die Verläufe nach 1-2 Jahren selbst. Rezidive nach der OP in Hohmann- Technik sind nicht selten. Seit der konsequenten Einführung der ESWT (keine Kassenleistung!) in der Praxis der Referentin musste kein Patient mehr operiert werden.

Dr. med. Veronika Vollstädt, Orthopädiezentrum Sachsenortho,
Breitscheidstr. 13, 08209 Auerbach/V  




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