Verein zur Förderung der Ambulanten Chirurgie

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31.03.2012

Fingerdistorsionen im Sportunterricht

Dr. med. Matthias Hager | 7. Geraer Symposium Ambulante Chirurgie | 31.03.2012 | Kommunikationszentrum der Sparkasse Gera-Greiz

Durch plötzliche gewaltsame Hyperextension kommt es zur Dehnung und/oder Rissverletzung der volaren Gelenkkapsel des PIPG. Die Folge sind Hämatom, Druckschmerz, spindelförmige Schwellung des Gelenkes und schmerzhafter bis inkompletter Faustschluss mit dem betroffenen Finger.

60,6 % der Sportverletzungen sind Fingerverletzungen, die zumeist bei Ballsportarten entstehen. Aber auch beim Turnen sind fast 30% der Verletzungen Fingerverletzungen.

Diagnose sollte möglichst klinisch gestellt werden, um Röntgenbelastung für die Kinder zu vermeiden. Geröntgt sollte  nur im Ausnahmefall bei klaren und begründbaren Verdacht auf knöcherne Verletzung (z.B. Achsfehlstellung)!

Erstmaßnahmen sind wie bei jeder Sportverletzung Pause, Eis (20 min kühlen, aber nicht erfrieren!), Compression, Hochlagern (PECH). Die Ruhigstellung soll für 1 Woche, maximal 2 Wochen in „Intrinsic Plus Stellung“ erfolgen. Die Grundgelenke der Langfinger sind gebeugt. Damit wird ein Schrumpfen der Seitenbänder verhindert. Es ist immer an die Differentialdiagnose Fraktur / knöcherner Kapselausriss zu denken. 

Von 2007-2011 wurden in der Chirurgischen Gemeinschaftspraxis Gera 1370 Fingerdistorsionen behandelt, davon 588 BG- Versicherte.  Darunter befanden sich 375 „Schülerfinger“ aus Grund-, Regelschulen, Gymnasien bei 346 Kindern. Von 198 Mädchen und 177 Jungen waren 29 bis zu 3x betroffen.

Dr. med. Matthias Hager, Chirurgische Gemeinschaftspraxis Gera
Schmelzhüttenstraße 4, 07545 Gera 




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