Verein zur Förderung der Ambulanten Chirurgie

e.V.




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30.03.2019

Erfolgreiches Geraer Symposium Chirurgie 2019. Das Thema...

"Das chronisch-regionale Schmerzsyndrom (CRPS) - ein interdisziplinäres Krankheitsbild in Klinik und Praxis"...

lockte 100 Ärzte, Physio- und Ergotherapeuten aus dem ambulanten und stationären Bereich an und übertraf damit bei weitem die Erwartungen der Veranstalter. Das zeigt zum einen die Brisanz einer auch heute noch "mysteriösen" Krankheit für die tägliche Praxis und zum anderen die Wichtigkeit des Aufbrechens sektoraler Grenzen im Gesundheitswesen. Die Erkrankung wird heute noch als Geißel der Chirurgie/Unfallchirurgie bezeichnet. Die betroffenen Patienten erleiden oft zusätzlich zum Leid der Erkrankung Benachteiligungen und Schäden im beruflichen und familiären Umfeld. Nach einer Verletzung zumeist der oberen Extremität entwickeln sich außergewöhnliche Schmerzen und am Ende verbleiben nicht selten dauernde Funktionseinschränkungen der Hand. Auch heute noch scheinen Empathie der Therapeuten für eine zumindest Abmilderung des Krankheitsverlaufes von herausragender Bedeutung zu sein. Bereits im Markusevangelium wird über die Heilung eines Mannes mit einer verdorrte Hand berichtet (Markus 3, 1-6). In der Neuzeit beschrieb 1864 Silas Mitchell anhand der Schussverletzung am Arm eines amerikanischen Bürgerkriegssoldaten das Krankheitsbild. Paul Sudeck, bis heute Namensgeber der Erkrankung im deutschsprachigen Raum,  erforschte es weiter unter Zuhilfenahme der damals neuen Röntgendiagnostik. Das Hauptsymptom ist das Überschreiten des zu erwartenden Ausmaßes des Schmerzes nach einer Verletzung (zu 85% obere Extremität/Hand). Heute weiß man um die Komplexität vom Zusammenspiel der primären Verletzung (manchmal auch ohne diese) und des reagierenden Gewebes bis hin zum  Zentralnervensystem, an dem die moderne Therapie (kortikale Reorganisation) ansetzt. Auf dem Symposium wurden aktuelle diagnostische und therapeutische Aspekte diskutiert. Auch heute stehen nach Jahrzehnten der Forschung und Beobachtung invasive und pharmakologische Behandlungen im Hintergrund. Radiologische Diagnosefindung gibt es kaum, allenfalls können die eingetretenen Schäden dokumentiert werden. Die Teilnehmer resümierten, dass die zwingend erforderliche zeitaufwändige Zuwendung von Ärzten, Physio- und Ergotherapeuten zum betroffenen Patienten in keiner Weise in unserer bürokratisierten und tabellarisierten "Kassenmedizin" abgebildet ist.

 

 

 

(Foto v. r.: Prof. Dr. Rainer Oberbeck, SRH Waldklinikum Gera, Dr. Matthias Hager, Chirurgische Gemeinschaftspraxis Gera) 

 

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